Geschichts- und Heimatverein Neustadt an der Aisch e.V.

Der Vorläufer des heutigen Geschichts- und Heimatvereins wurde 1906 als "Historischer Verein" gegründet. Eines seiner Ziele war neben der Erforschung der Heimatgeschichte auch das Sammeln von Altertümern. Die Objekte sollten aus Neustadt und der näheren Umgebung stammen. Ein Motiv der Sammeltätigkeit lag darin, entgegen der zunehmenden Technisierung des Alltagslebens im ausgehenden 19. Jhd., die Erinnerung und das Wissen um alte Handwerkstechniken und Brauchtum zu erhalten. So wurden Arbeitsgeräte und Objekte aus den bäuerlichen und handwerklichen Arbeitsbereichen gesammelt, aber auch Möbel, Textilien, Gegenstände der Alltagskultur, Urkunden und Gemälde.

Eine kleine Auswahl von Exponaten wurde bis zum 2. Weltkrieg in wechselnden Gebäuden gezeigt. Erst 1960 fand das Heimatmuseum in den Räumen des Alten Schlosses eine dauerhafte Bleibe. Präsentiert wurden archäologische Funde und Mineralien, Objekte zu Schule, Kirche, Landwirtschaft, Handwerk und Wohnen. Notwendige Renovierungsarbeiten im Alten Schloss und ein starker Besucherrückgang Ende der 1990er Jahre erforderten jedoch eine Überarbeitung des bisherigen Konzepts. Es entstand die Idee, mit dem Alten Schloss und seinen Nebengebäuden unter Einbeziehung des Schlosshofes ein Kulturareal zu etablieren, das neben einem Museum auch durch Veranstaltungen Besucher anzieht.

Nach der fachlichen Beratung durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ist außerdem die Entscheidung getroffen worden, auf eine Neuaufstellung der heimatkundlichen Sammlung zu verzichten. Stattdessen schuf der Verein mit den KinderSpielWelten und dem Aischgründer Karpfenmuseum Spezialmuseen zu ganz spezifischen Themenbereichen. Mit dieser Entscheidung ist es dem Geschichts- und Heimatverein darüber hinaus gelungen, den Schritt von einer bloßen Sammlungspräsentation zu einem modernen Museumskonzept zu verwirklichen, das durch seine Einzigartigkeit und Attraktivität über die Region hinaus Besucher anzieht. Im Jahr 2015 wurden schließlich die letzten Sanierungsarbeiten am Schloss abgeschlossen und die Museen noch um ein Markgrafenmuseum erweitert. Es bietet neben einem Ausstellungsgeschoss auch ein Geschoss für Veranstaltungen und museumspädagogische Angebote.

Streiflichter
Die Jahresschrift des Geschichts- und Heimatvereins, die "Streiflichter aus der Heimatgeschichte", werden seit 1981 von Herrn Dr. Wolfgang Mück betreut und enthalten verschiedenartige Beiträge aus der Geschichte der Stadt und der Region. Vereinsmitlglieder erhalten sie kostenlos nach Erscheinen. Von Interessierten können die sie im Museum erworben werden.

Archiv
Im Maschikelesturm des Alten Schlosses befindet sich das nur auf besonderen Wunsch zugängliche Archiv des Geschichts- und Heimatvereins. Neben Archivalien zur regionalen Handwerksgeschichte und Literatur ab dem 16./17. Jhd. befinden sich gut erhaltene Gesangs- und Kirchenbücher in den Räumlichkeiten. Zwei Besonderheiten sind die erste und noch vollständig erhaltene Leihbibliothek des Neustädter Buchhändlers und Bürgermeisters Johann Caspar Engelhardt (1796 -1864) sowie die Originalnoten von Adolf Scherzer (1815-64), der bekannt wurde für den Bayerischen Defiliermarsch.

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Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung
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