Geschichts- und Heimatverein Neustadt an der Aisch e.V.

Der Vorläufer des heutigen Geschichts- und Heimatvereins wurde 1906 gegründet. Eines seiner Ziele war neben der Erforschung der Heimatgeschichte, auch das Sammeln von Altertümern. Die Objekte sollten aus Neustadt und der näheren Umgebung stammen.
Ein Motiv der Sammeltätigkeit lag darin, entgegen der zunehmenden Technisierung des Alltagslebens im ausgehenden 19. Jhd., die Erinnerung und das Wissen um alte Handwerkstechniken und Brauchtum zu erhalten. Es wurden Arbeitsgeräte und Objekte aus den bäuerlichen und handwerklichen Arbeitsbereichen gesammelt, aber auch Möbel, Textilien, Gegenstände der Alltagskultur, Urkunden und Gemälde. Schon bald nach der Gründung des Vereins war es außerdem ein Ziel, die gesammelten Objekte in einem Museum auszustellen. Ein Aspekt war dabei auch die Förderung des Tourismus.
Eine kleine Auswahl von Exponaten wurde bis zum 2. Weltkrieg in wechselnden Gebäuden gezeigt. Erst 1961 fand das Heimatmuseum in den Räumen des Alten Schlosses der Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach eine dauerhafte Bleibe. In beiden Stockwerken des Schlosses wurde ein Einblick in die Sammlung des Geschichts- und Heimatvereins geben. Er reichte von der Frühzeit mit archäologischen Funden und Mineralien, über die Themenbereiche Schule, Kirche, Landwirtschaft, Handwerk und Wohnen bis ins 20. Jahrhundert.
Notwendige Renovierungsarbeiten im Alten Schloss und ein starker Besucherrückgang Ende der 90er Jahre erforderten eine Überarbeitung des bisherigen Konzepts. Es entstand die Idee, mit dem Alten Schloss und seinen Nebengebäuden unter Einbeziehung des Schlosshofes ein Kulturareal zu etablieren, das neben einem Museum auch durch Veranstaltungen Besucher anzieht. 
Nach der fachlichen Beratung durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern ist die Entscheidung getroffen worden, auf eine Neuaufstellung der alten Sammlung zu verzichten. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist die Existenz von zahlreichen Spezialmuseen in Bayern, die das Spektrum des ländlichen und städtischen Lebens mit all seinen Facetten zeigen. 
Der Geschichts- und Heimatverein hat dann nicht nur die bayerische, sondern die deutsche Museumslandschaft um ein weiteres Fachmuseum bereichert, indem es dem Aischgründer Karpfen ein Museum gewidmet hat und das alte Heimatmuseum auflöste. Mit dieser Entscheidung ist es dem Geschichts- und Heimatverein gelungen, den Schritt von einer bloßen Sammlungspräsentation zu einem modernen Museumskonzept zu verwirklichen, das durch seine Einzigartigkeit und Attraktivität über die Region hinaus Besucher anzieht.
Zuletzt wurde das Museum um ein Markgrafenmuseum erweitert. Es hat ein Ausstellungsgeschoss und ein Geschoss für Veranstaltungen und museumspädagogische Angebote.

Streiflichter
Die Jahresschrift des Geschichts- und Heimatvereins, die "Streiflichter aus der Heimatgeschichte", werden seit 1981 von Herrn Dr. Mück betreut und enthalten verschiedenartige Beiträge aus der Geschichte der Stadt und der Region. Vereinsmitlglieder erhalten sie kostenlos nach Erscheinen. Von Interessierten können die sie im Museum erworben werden.

Archiv
Im Maschikelesturm des Alten Schlosses befindet sich das nur auf besonderen Wunsch zugängliche Archiv des Heimat- und Geschichtsvereins. 
Neben Archivalien zur regionalen Handwerksgeschichte und Literatur ab dem 16./17. Jhd. befinden sich gut erhaltene Gesangs- und Kirchenbücher in den Räumlichkeiten. Zwei Besonderheiten sind die erste und noch vollständig erhaltene Leihbibliothek des Neustädter Buchhändlers und Bürgermeisters Johann Caspar Engelhardt (1796 -1864) sowie die Originalnoten von Adolf Scherzer (1815-64), der bekannt wurde für den Bayerischen Defiliermarsch.

Museumswebsite gefördert durch:

Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung